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Ein Memorandum für den Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung Ökologie - die neue Farbe der Gerechtigkeit
Rio, Kyoto, Johannesburg - eine lange Kette vieler Versprechen und weniger Taten? Es ist unklar, was der südafrikanische Weltgipfel erreichen kann. Unstrittig dagegen ist, dass etwas getan werden muss. Was müsste also die Agenda des kommenden Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung und die nachfolgenden Jahre bestimmen? Die Heinrich-Böll-Stiftung hat 16 Prominente aus aller Welt eingeladen, ein Memorandum für den Gipfel zu schreiben. Die Gruppe hat nun ihre Arbeit vorgelegt: Ihr Jo'burg Memo ist bisher der umfassendste zivilgesellschafltiche Diskussionsbeitrag zum Johannesburg-Gipfel.
Die Heinrich-Böll-Stiftung publiziert dieses Memorandum wenige Monate vor dem Gipfel in einem kritischen Stadium der Verhandlungen. Es ist ihr Beitrag zur Debatte über die Ziele des Gipfels, aber auch über die globale Agenda nachhaltiger Entwicklung für das kommende Jahrzehnt. Dazu erklären Ralf Fücks und Barbara Unmüßig für den Vorstand der hbs: "Auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung, der Ende August/Anfang September stattfinden wird, werden so oder so die Weichen für die Zukunft unseres Globus gestellt. Die bisherigen diplomatischen Vorbereitungen lassen befürchten, daß die Gipfelkonferenz in Johannesburg zu kurz springen wird. Es ist noch viel gesellschaftlicher Druck nötig, um die Regierungen zu ernsthaften Vereinbarungen zu bringen, mit denen die großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte aufgenommen werden. Die globale Umweltkrise wie die sozialen Nöte von Milliarden Menschen erfordern eine weltweite Allianz gegen Armut und Umweltzerstörung. Daran wird Erfolg oder Mißerfolg des Johannesburg-Gipfels zu messen sein."
Der Johannesburger Gipfel soll nach dem Willen des Gastgeberlandes Südafrika ein Entwicklungsgipfel werden. „Entwicklung ja – aber welche Art von Entwicklung und für wen?” – diese zentrale, aber oft vernachlässigte Frage stellt das Jo’burg Memo in den Mittelpunkt. Das Memorandum konzentriert sich auf die Wechselbeziehungen von Ökologie und Gerechtigkeit. Es liefert sowohl eine kritische Bestandsaufnahme des Jahrzehnts seit Rio als auch eine weitgespannte Programmatik, wie das Paradigma nachhaltiger Entwicklung in politische Praxis umgesetzt werden kann.
Trotz unterschiedlicher Meinungen zum Globalisierungs- prozess sind sich die Autoren und AutorInnen über die dringliche Notwendigkeit einig, die globalen Märkte in einen sozialen und ökologischen Ordnungsrahmen auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene einzubetten und die Rolle der Zivilgesellschaften gegenüber dem Selbstlauf der Ökonomie zu stärken. Im Zentrum steht dabei die Forderung nach einer Umverteilung von Rechten und Ressourcen zugunsten derjenigen, die am stärksten von Marginalisierung und Verlust ihrer Lebensgrundlagen bedroht sind. Die Mitglieder der Memorandum-Gruppe nutzten das Privileg, neue Ideen in die Diskussion zu bringen, ohne die Kompromisszwänge eines Verhandlungsprozesses zu antizipieren.
Dennoch hoffen wir, dass aus den umfangreichen Empfehlungen des Memos auch die eine oder andere Anregung ihren Weg in die offiziellen Abschlussdokumente des Gipfels finden wird. Wir sind überzeugt, dass sich in ihm Bausteine einer neuen Nachhaltigkeitsagenda finden, die – so hoffen wir – die internationale Gemeinschaft in den kommenden Jahren prägen wird. |
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