BÖLL ZUM GIPFEL
 
Johannesburg live
Der Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung am Tag vor seinem Abschluss 
 


Dienstag, 3.September 2002  - 
19.30 Uhr

Auf der Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung

Rosenthaler-Str. 40/41, VH, 5.OG, 10178 Berlin

Der Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung steht am 3. September einen Tag vor seinem Abschluss – die größte UN-Konferenz aller Zeiten neigt sich dem Ende zu. Nach zehn Tagen Verhandlungsmarathon in Johannesburg und vier internationalen Vorbereitungskonferenzen – was wird bleiben?

Die Entwürfe der Abschlussdokumente sind längst geschrieben. In zähen Verhandlungen haben sich die Regierungen inhaltlich angenähert. Die Papiere sind allerdings gekennzeichnet von schmalen Kompromissen und Leerformeln – ehrgeizige Ziele, gar Visionen oder innovative Politik sucht man vergebens. Geeinigt haben sich die Regierungen lediglich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, wobei die wichtigsten Teile der Abschlussdokumente noch in Klammern stehen. Sie werden erst in den letzten Tagen des Johannesburg-Gipfels endgültig verhandelt.

Ihre große Hoffnung legen die Verhandlungspartner in die Ergebnisse vom "type 2". Das sind freiwillige Partnerschaften zwischen Staaten, aber auch zwischen  gesellschaftlichen Gruppen (Major Groups). Gedacht ist dabei insbesondere an Partnerschaften zwischen der Privatwirtschaft und Staaten. Das ist neu: Zum ersten Mal in der Geschichte könnten private Partnerschaften zum zentralen Ergebnis eines UN-Gipfels werden.

Für die einen ist dies ein Erfolg: Die Partnerschaften mobilisieren finanzielle Ressourcen der Wirtschaft, diese kann ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung gerecht werden. Staaten und Staatengruppen mit progressiven Ideen können ihre Projekte als Ergebnis des Gipfels anmelden – ohne auf Bremser aus der internationalen Gemeinschaft Rücksicht nehmen zu müssen.

Andere bewerten dies als einen Irrweg: Die Politik überspielt dadurch ihre Unfähigkeit, verbindliche Handlungsziele und –wege festzulegen. Der Wirtschaft öffnet sie Tür und Tor für groß angelegte „Greenwash“-Kampagnen unter der Schirmherrschaft der UN. Diese Stimmen sehen die Gefahr einer "Privatisierung" der internationalen Politik.

Einen Tag vor dem Ende des UN-Gipfels wollen wir eine erste Bewertung wagen: Sind die Partnerschaften die nächste Stufe der Privatisierung der Politik, oder bieten sie die Chance für eine nachhaltige Entwicklung?

Wir schalten live nach Johannesburg. Dort lassen wir ExpertInnen zu Wort kommen, die den Verhandlungsprozess vor Ort verfolgt haben. Über die Live-Verbindung gibt es die Möglichkeit, direkt Fragen an die ExpertInnen  vor Ort zu stellen. Anschließend wollen wir in Berlin mit den eingeladenen ReferentInnen die Ergebnisse aus Johannesburg diskutieren.

Unsere Gäste in Johannesburg:

Reinhard Loske
Umweltpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Koautor des Jo’burg Memos

Daniel Mittler
BUND, Friends of the Earth International

Christa Wichterich
NRO-Frauen-Forum

Moderation: Barbara Unmüßig
Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Unsere Gäste in Berlin:

Matthias Kleinert
Daimler-Chrysler

Martin Stuber oder Werner Schneider
Deutscher Gewerkschaftsbund

Heidi Feldt
WEED

Moderation: Ralf Fücks
Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

Infos: Heinrich-Böll-Stiftung

            Ingrid Spiller, T. (030) 28534 304

            Email: Spiller@boell.de
 
 
 
zurück

 
 
 
Hilfe

     Jo-Burg Special

 Zehn Jahre nach Rio war Johannesburg vom 26. August bis 4. September 2002 Gastgeber des Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung. Diese Seite informiert über Ziele, Erreichtes und Hintergründe und stellt die Aktivitäten der Stiftung und ihrer Partnerorganisationen vor. Weitere Infos bieten zudem unsere internationale Seite ww.worldsummit2002.org sowie www.boell.de.


u Ergebnisse

Berichte vom Gipfel mm

Politische Erklärung mm

Implementierungsplan
m
Bericht von IISD

taz: Australien auf gutem Weg       

Welt:  Protest in schwindelnder Höhe   

fr: Afrika soll schöner werden         

Spiegel: "Firmen sind Regierungen weit voraus"         

[Mehr...]


u
Hintergrund

Von Rio nach Johannesburg- 10 Jahre danach
m
Was kann erreicht werden?

mm
Welthandel versus Nachhaltigkeit  mm
m
Gastgeberstadt Johannesburg 
mm
Gerechtigkeit braucht Verzicht

u Links

UN-Seite zum Gipfel      m

Gemeinsame Seite des BMU und des BMZ  m

Experteninfos von IISD  m

Multistakeholder-Forum

u Newsletter

Unser deutschsprachiger Newsletter bot Ihnen während des Weltgipfels aktuelle Nachrichten und Hintergründe. Klar, kompetent und kritisch aufbereitet.
Bisherige Newsletter lesen