Auf der ersten Sitzung der CSD vom 14. – 25. Juni 1993 nahmen die Delegierten ein thematisches Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre an. Danach beschäftigten sich die CSD-2, -3 und -4 mit der Überprüfung der verschiedenen sektoralen Kapitel der Agenda 21, sowie mit Querschnittsthemen wie Finanzierung, Technologietransfer, dem Zusammenhang zwischen Handel und Umwelt und der Veränderung der Konsum- und Produktionsmuster. Auf der CSD-4 begannen die Delegierten außerdem mit den Vorbereitungen für die 19. UN Sondergeneralversammlung (United Nations General Assembly Special Session - UNGASS) zur Überprüfung der Umsetzung der Agenda 21, die auf der CSD-5 zum Abschluss gebracht wurden.
Diese UNGASS, welche vom 23. bis 27. Juni 1997 in den UN Headquarters in New York stattfand, brachte nur wenig Fortschritte auf dem Weg zur Umsetzung der Agenda 21, vielmehr wurden eine ganze Reihe von Lücken identifiziert, vor allem in bezug auf Themenbereiche wie soziale Gerechtigkeit und Armut. Die anwesenden Vertreter/innen aus dem nichtstaatlichen Bereich zusammen mit einem Großteil der Regierungen aus den Entwicklungsländern kritisierten außerdem die fallende offizielle Entwicklungshilfe, die Zunahme der Verschuldung, sowie das Unvermögen der Industrienationen, die in Rio eingegangenen Verpflichtungen in bezug auf Technologietransfer, Capacity Building oder Änderung der eigenen Konsum- und Produktionsmuster zu erfüllen.
Letztendlich wurde das “Programme for the Further Implementation of Agenda 21” für die nächsten fünf Jahre bis zur zehnjährigen Überprüfungskonferenz angenommen.
Informationen über alle bisherigen CSD-Sitzungen.
Reform der CSD
Im Vorbereitungsprozess auf den Weltgipfel in Johannesburg stehen auch Verhandlungen über die Zukunft der CSD auf der Tagesordnung. In den letzten Jahren mehren sich Stimmen, die eine Reform der CSD fordern, da ein Arbeiten wie bisher wenig geeignet erscheint, um international getroffene Vereinbarungen wirkungsvoll umzusetzen.
Neben einer Ausweitung der Entscheidungskompetenzen von UNEP und CSD stehen folgende konkrete Vorschläge für eine CSD-Reform zur Diskussion:
- Reduzierung der Themen, die im Rahmen der einzelnen Sitzungen behandelt werden
- Fokussierung auf neue und dringende Themen, die bisher noch nicht oder nur unzureichend in anderen Gremien diskutiert werden
- Verringerung der Tendenz, immer dann auf bereits beschlossene Dokumente zurückzugreifen, wenn eine Einigung nicht möglich erscheint
- Schaffung von Möglichkeiten für externe Stakeholder, konkretere Vorschläge in die Multi-Stakeholder Dialoge einzubringen
- Mehr Treffen außerhalb von New York.
Trotz der Schwerfälligkeit der CSD-Prozesse wird die direkte Einbindung aller Betroffenen in die Diskussionen und Lösungsansätze mehrheitlich als positiv bewertet, da auf diese Weise Verantwortungen neu verteilt und übernommen werden können.