Um die Erwartungen in verschiedenen Teilen der Welt an den Johannesburg-Gipfel klarzustellen, haben sich Regierungsvertreter im Herbst 2001 auf regionalen Vorbereitungskonferenzen getroffen. Dort kamen auch Nichtregierungsorganisationen (NROs) und andere Interessengruppen zu Wort.
Die Treffen fanden in den fünf UN-Regionen (Afrika, Asien und Pazifik, Lateinamerika und Karibik, Europa und Nordamerika sowie West Asien) statt. Die Abschlussdokumente sind dann in das zweite globale Vorbereitungstreffen für den Gipfel (PrepCom II) einbezogen worden.
Neben dem Formulieren der Prioritäten für Johannesburg waren laut der Abteilung für Nachhaltige Entwicklung der UN weitere Ziele der regionalen Treffen:
- Eine Bestandsaufnahme der regionalen Fortschritte und Hindernisse in der Umsetzung der Agenda 21 zu erstellen
- Eine Gelegenheit zum Dialog und zur Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessengruppen zu bieten
- Erfahrungen auszutauschen und die Positionen der einzelnen Länder besser zu verstehen und für den Gipfel vorzubereiten
Im Vorfeld der Konferenzen gab es weitere Treffen auf subregionaler und nationaler Ebene, sowie „Runde Tische“ von Experten zu bestimmten Themen.
Auf den Vorbereitungskonferenzen ist deutlich geworden, dass sich die einzelnen Schwerpunkte durchaus voneinander unterscheiden. So ist in Rio, bei dem Treffen der lateinamerikanischen und karibischen Staaten, neben dem Thema der Globalisierung vor allem die Frage der Entwicklungsfinanzierung diskutiert worden. Dies geschah insbesondere im Kontext der lateinamerikanischen Schuldenkrise (Stichwort Argentinien). Auf dem Treffen von Europa und Nordamerika haben einige Vorstöße der EU in Umweltfragen, wie das Vorsorgeprinzip und der ökologischen Fußabdruck, für Diskussionen gesorgt. Allerdings sind diese Konzepte wegen dem Widerstand der USA nicht im Abschlussdokument aufgenommen worden.