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Nachhaltigkeit, wie sie die Weltbank sieht

Johannesburg (Jo'burg News) Die Flaggschiff-Publikation der Weltbank, der Weltentwicklungsbericht (WDR), widmet sich in diesem Jahr der nachhaltigen Entwicklung. Der WDR 2003, der in Johannesburg vorgestellt wurde, stellt die Armutsbekämpfung, die Bewahrung der Biodiversität und den Klimaschutz in den Vordergrund.  Er fordert umfassende Zugangsrechte für die rund 2,3 Milliarden Menschen, die von weniger als zwei Euro am Tag leben müssen, zu Land, Gesundheit, Erziehung und politischen Mitspracherechten. Starke und funktionierende Institutionen, worunter auch informelle Netzwerke verstanden werden, sind für die Weltbank zentrales Element nachhaltiger Entwicklung.  Die Schwache bestehender Institutionen ist nach Meinung der Autoren des WDR in erster Linie für die ernüchternde Post-Rio-Bilanz in Sachen Nachhaltigkeit verantwortlich.

Leider versäumt es der WDR, konkrete Empfehlungen für einen Umbau des globalen Institutionengefüges (global governance) zu geben. Die eigene Rolle der Weltbank in Sachen Nachhaltigkeit bleibt ebenso unreflektiert. Entsprechend setzt der langfristige Entwicklungsrahmen, den der WDR 2003 präsentiert, weiter vor allem auf Wirtschafts- und Produktivitätswachstum, vor allem in den Entwicklungsländern, aber  auch in den OECD-Ländern. Die Verantwortung der Industrieländer für nachhaltige Entwicklung wird, wenn überhaupt, nur sehr zögerlich angesprochen. Eine offene Kritik unterbleibt. Kritisch ist auch die Konzentration des WDR auf kommerzielle Landwirtschaft und landwirtschaftliche Exportguter für ländliche Gebiete, die bislang weitgehend von der Subsistenzwirtschaft leben. Das schließt auch gentechnisch modifizierter Organismen mit ein.  "Der WDR 2003 sollte zumindest die Frage stellen, ob globale Wirtschaftsintegration wirklich der passende Schlüssel zur Armutsverminderung und zur Wohlstandforderung der Entwicklungsländer sind," kommentiert der US-amerikanische Umweltoekonom Herman Daly den WDR.

Kritische Anmerkungen zum WDR 2003 von Herman Daly sowie anderen Vertretern der Zivilgesellschaft hat die Heinrich Böll Stiftung in einer Broschüre zusammengefasst, die als World Summit Paper 9 mit dem Titel "Managing Sustainability World Bank-Style" in Englisch unter www.worldsummit2002.org
heruntergeladen werden kann.


 
 
 
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 Zehn Jahre nach Rio war Johannesburg vom 26. August bis 4. September 2002 Gastgeber des Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung. Diese Seite informiert über Ziele, Erreichtes und Hintergründe und stellt die Aktivitäten der Stiftung und ihrer Partnerorganisationen vor. Weitere Infos bieten zudem unsere internationale Seite ww.worldsummit2002.org sowie www.boell.de.


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