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JO-BURG WEGWEISER |
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Südafrikanische Industrie behauptet Gipfelerfolg
Südafrikanische Industriegiganten behaupten, die erste sogenannte Type-II-Partnerschaft des Weltgipfel in Johannesburg abgeschlossen zu haben. Diese Vereinbarungen zwischen Unternehmen und staatlichen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen zu nachhaltigerem Verhalten sollen, das propagiert besonders intensiv die USA, gesetzliche Vorschriften und Restriktionen unnötig machen. Gemeinsam mit einer Minenarbeitergewerkschaft haben nun einen Reihe führender südafrikanischer Unternehmen, darunter der Chemiekonzern SAOL, der Diamantenkonzern De Beers und der Stahlriese Iscor, nun ein sogenanntes „Green Paper“ mit zehn Punkten vorgelegt. Doch die laut als Erfolg verkaufte Vereinbarung hat gleich mehrere Haken. Zum einen vertritt der Partner der Großkonzerne, die fast ausschließlich aus Weißen bestehende Minengewerkschaft MWU, nur rund 3 Prozent der südafrikanischen Bergleute, meist leitende Angestellte. Zum anderen sind die 10 Punkte der Verpflichtung so vage gehalten, dass sich deren Einhaltung sehr großzügig interpretieren läßt. Eine unabhängige Kontrolle ist nicht vorgesehen. So vereinbaren die Seiten in Punkt 2 des „Green Papers“, „sinnvolle Schritte“ hin zu nachhaltigen und umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen zu unternehmen und dabei das „Recycling von Abfall auszuweiten“. Von konkreten quantitativen und zeitlichen Zielvorgaben findet sich keine Spur. In einem anderen Punkt geloben Industrie und Bergbaugewerkschaft, „ehrlich“ die geltende Umweltgesetze einzuhalten. Das lässt auf ein eher seltsames Rechtsverständnis schließen. Dieses Beispiel einer behaupteten Type-II-Partnerschaft zeigt einige der bisher ungelösten Verhandlungsprobleme in Johannesburg auf. Es gibt bisher keine allgemeine Definition, welche Kriterien erfllt werden müssen, um eine öffentlich-private Partnerschaft als Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung anzuerkennen. Auch existiert keine Behörde, bei den UN oder sonst irgendwo, die dieses noch nicht existente Gütesiegel vergeben könnte. Die USA sperren sich bisher gar dagegen, hier überhaupt Festlegungen zu treffen. Völlig ungeklärt ist auch bis Frage eine späteren Kontrolle. Ohne aber die Einhaltung klarer Kriterien nachprüfen zu können, besteht die Gefahr, dass die Type-II-Partnerschaften eine neue Variante dessen werden, was Umwelt-NGO seit langem als „GreenWash“ verurteilen: Unternehmen geben viel Geld für Öko-PR aus, ohne an ihren umweltschädlichen Produktionsprozessen mehr als nur kosmetische Änderungen vorzunehmen. "Friends of the Earth Middle East” und die Heinrich-Böll-Stiftung begannen gestern im “Böll-Forum” in Johannesburg die von nun an tägliche Präsentation von Shadow Reports (Schattenberichten) unter dem Titel “Uncovering GreenWash”. Mit “GreenWash” bezeichnen Ökologie-Gruppen die zunehmende Praxis von Industrieunternehmen, sich zwar ein ökologisches Image zu geben, tatsächlich aber weiter umweltschädlich zu produzieren. Am Montag wurden Berichte aus Äthiopien und Dänemark vorgestellt. In den kommenden Tagen werden Shadow Reports aus weiteren 16 Ländern folgen, darunter Israel, die USA, Brasilien und Thailand.
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Zehn Jahre nach Rio war Johannesburg vom 26. August bis 4. September 2002 Gastgeber des Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung. Diese Seite informiert über Ziele, Erreichtes und Hintergründe und stellt die Aktivitäten der Stiftung und ihrer Partnerorganisationen vor. Weitere Infos bieten zudem unsere internationale Seite ww.worldsummit2002.org sowie www.boell.de. |
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