SCHRÖDER VERTEIDIGT REISE NACH JOHANNESBURG
Schröder wies Kritik zurück, er habe den Weltgipfel lediglich für einen öffentlichkeitswirksamen Kurzauftritt besucht. Er habe damit vielmehr ein Signal setzen wollen, dass die in Johannesburg diskutierten Themen, nämlich der Kampf gegen Armut und für Klima- und Umweltschutz, von größter Bedeutung sei, sagte der Kanzler.
Schröder räumte ein, dass es in der Europäischen Union (EU) Meinungsunterschiede über den Abbau der Agrarsubventionen gebe, die die Entwicklungsländer von den Industrieländern fordern. Er selbst bekannte sich nachdrücklich dazu. Deutschland sei der Meinung, dass hier, auch mit Blick auf die Osterweiterung der EU, etwas geschehen müsse. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul bezeichnete die Vereinbarung als besonderen Erfolg, bis 2015 die Zahl jener Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und nicht an sanitäre Abwassersysteme angeschlossen sind. Derzeit sind es mehr als eine Milliarde.
In seiner Rede vor dem Plenum hatte Schröder die Delegierten aufgerufen, aus der steigenden Zahl von Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels die Konsequenzen zu ziehen und mehr für den Klimaschutz zu tun. Gleichzeitig müsse der Kampf gegen Armut in der Welt intensiviert werden, wozu auch mehr Entwicklungshilfe der Industriestaaten für die Dritte Welt nötig seien.
Unmittelbar nach seinem Gipfel-Besuch und zweiseitigen Gesprächen, unter anderem mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan, flog Schröder nach Berlin zurück. Bei den Gesprächen mit Annan und auch mit Südafrikas Präsident Thabo Mbeki wurde laut Schröder auch das Thema Irak angesprochen. Details zum Inhalt der Unterredungen nannte Schröder aber nicht. Die Umweltthematik des Gipfels solle nicht durch das Irak-Thema überlagert werde, sagte er.
Quelle: reuters