Weltgipfel einigt sich auf besseren Artenschutz bis 2010
Johannesburg (dpa) - In einer nächtlichen Marathonsitzung haben sich die
Delegierten des Weltgipfels in Johannesburg auf einen besseren Artenschutz
bis zum Jahr 2010 geeinigt. Bis dahin soll die Geschwindigkeit des
Artensterbens «bedeutend reduziert werden». Dieses Ziel fließt in den
Aktionsplan ein, den die Konferenz zu drängenden globalen Problemen
verabschieden will.
In anderen zentralen Punkten, etwa dem von der EU vehement geforderten
weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien, gibt es aber weiterhin keine
Einigung. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sprach in
diesem Zusammenhang am Sonntag in Johannesburg von einem
«Blockadeverhalten der USA».
Gekippt wurde nach Angaben der deutschen Delegation das Ziel, den Verlust
natürlicher Ressourcen bis 2015 zu stoppen beziehungsweise rückgängig zu
machen. Das soll nur noch «so bald wie möglich geschehen. Umweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) wertete es mit Blick auf den Artenschutz als
Erfolg, dass an die Johannesburg-Vereinbarung bei einer endgültigen
Verabschiedung des Aktionsprogramms auch Staaten gebunden wären, die die
Artenschutz-Konvention des Rio- Gipfels nicht unterschrieben haben - etwa
die USA. Umweltverbände kritisierten den vereinbarten Text als zu schwach.
Die USA wehren sich grundsätzlich gegen die Vereinbarung neuer
internationaler Ziele und Zeitpläne in Johannesburg. Mit dem
Artenschutz-Beschluss haben sie erst zum dritten Mal eine Zeitvorgabe
akzeptiert. Zuvor hatten sich die Delegierten auf einen besseren Schutz
der Fischbestände bis 2015 und von Mensch und Umwelt vor giftigen
Chemikalien bis 2020 geeinigt.