Böll's Breakfast Briefing - Wem gehort die Artenvielfalt?
Thema des Böll Breakfast Briefings am Dienstag Morgen war die Frage "Wem gehort die Biodiversitat?" Im Zentrum der Diskussion stand der politische Konflikt zwischen den Zielen der UN-Biodiversitatskonvention und dem Abkommen uber intellektuelle Eigentumsrechte (TRIPS), einem Teil des WTO-Vertrages.
Vandana Shiva, Umweltaktivistin aus Indien und Mitbegrunderin des internationalen NGO-Netzes „Diverse Women for Diversity" eroffnete die Diskussion mit der Frage, wem eigentlich die Offnung der Markte fur landwirtschaftliche Produkte nutze. Shiva vertrat die Auffassung, dass sich regionale Strukturen nur unter dem Schutz von Importzollen und bei regionaler Kontrolle uber Land, Saatgut und Vermarktung entwickeln konnen.
Martin Khor aus Malaysia, Direktor der NGO „Third World Network" beschrieb die Auseinandersetzung auf dem Weltgipfel zwischen den Interessen des Freihandels und denjenigen der nachhaltigen Entwicklung. Die USA und eine Reihe von Regierungen aus Entwicklungslandern hatten versucht, alle multilateralen Umweltabkommen unter das im WTO-Vertrag verankerte Welthandelsrecht zu stellen. Dieser Versuch war durch Proteste von NGO wie Greenpeace sowie den Widerstand der Europar in letzter Minute verhindert worden.
Matthias Berninger, Parlamentarischer Staatssekretar im Bundesverbraucherschutzministerium, stellte dar, wie schwierig es sei, in Deutschland und innerhalb der Europaischen Union die schleichende Markteinfuhrung von gentechnisch veranderten Organismen in die Landwirtschaft zu verhindern. Ein besonderes Problem sei die Kontamination von konventionellem Saatgut durch gentechnisch veranderte Sorten. Die Bundesregierung setze auf Kennzeichnung und auf ein eindeutiges Votum der Verbraucher.