JO-BURG WEGWEISER
 

Berichterstattung der Medien zum Weltgipfel


Foto: Marion Book

Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung ist am 4. September nach einem 10-tägigen Verhandlungsmarathon zu Ende gegangen. Mit Vertretern aus über 190 Ländern und rund 3000 Journalisten war der Johannesburggipfel die größte UN-Konferenz aller Zeiten. Da stellt sich nun die Frage: Wie groß war eigentlich die Medienberichterstattung zum Gipfel? Gaben nicht die Größe des Ereignisses und auch die Themen der Agenda Anlass für eine umfassende Berichterstattung in den Medien?


Angesichts der gerade in den letzten Wochen dramatischen Zunahme von Naturkatastrophen, wurde die Wichtigkeit der Konferenz immer wieder deutlich.
Dennoch verlief die Berichterstattung bei Zeitungen und Fernsehen in den ersten Tagen eher unter ferner liefen. Eine Erfahrung, die auch wir bei der Bearbeitung des Pressespiegels auf unserer Seite machten.Vor und mit Beginn der Konferenz fiel die Suche nach Artikeln dürftiger aus als erwartet. In der zweiten Hälfte des Gipfels nahm die Medienberichterstattung dann allerdings deutlich zu. Grund dafür war mit Sicherheit die Anwesenheit von über 100 Staats- und Regierungschefs, die den Gipfel mit einem Kurzbesuch beehrten. Auch, dass US-Präsident George W. Bush mit Abwesenheit glänzte und sich stattdessen sein Außenminister im Plenum ausbuhen lassen musste, sorgte für reichlich Stoff in den Medien. 

Reinhard Schneider, der während des Gipfels für das BMU vor Ort war, ist daher insgesamt mit der Medienberichterstattung aus Deutschland zufrieden. Seiner Meinung nach waren deutsche Medien in Johannesburg gut und zahlreich vertreten. Neben beiden öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten und der Deutschen Welle waren auch Korrespondenten zahlreicher Printmedien, wie zum Beispiel von FAZ, Süddeutsche, Spiegel, Frankfurter Rundschau und Tagesspiegel in Johannesburg. Von der Presseresonanz zum Gipfel ebenfalls positiv überrascht ist Christiane Lellig von Germanwatch: „Der Umfang war größer als erwartet.“ Dies belegt der Besucherzuwachs auf der homepage von Germanwatch, die in der ersten Gipfelwoche 2.351 Hits zählte. Auch vista-verde, ein Portal für Umwelt-Natur-Nachhaltigkeit, hatte laut eigenen Angaben während der Zeit des Gipfels eine Steigung um rund 20 % von sonst monatlich rund 100.000 auf 120.000 Besucher auf ihrer website.

Und wie sah es auf unserer Homepage aus? Dank der täglichen Berichte unserer eigenen Korrespondenten konnten wir neben dem offiziellen Teil auch über viele Veranstaltungen von NGO´s im Umfeld berichten. Der tägliche newsletter fand das Interesse von rund 600 Abonnenten. Noch deutlicher war das Interesse an unserer homepage: Insgesamt gab es vor dem Gipfel rund 40.000 Klicks innerhalb einer Woche. Während der zwei Gipfelwochen stieg die Zahl dagegen auf 180.000 Besucher, wobei die Mehrheit von ungefähr 100.000 Hits auf die zweite Woche entfiel. Diese Zahlen sind ein Beleg für ein starkes Interesse der Öffentlichkeit.

Obwohl Umfang und Inhalt der Berichterstattung nach eigenen Erfahrungen eher enttäuschte, so sind doch Fachleute wie Schneider und Lellig mit der Presseresonanz recht zufrieden: Den Ankündigungen einer starken Medienpräsenz zum Gipfel seien immerhin einige Publikationen gerecht geworden. Dennoch spiegelt die Art und Weise der Berichterstattung das Ergebnis der Gipfelkonferenz wieder: Die Verhandlung viel zu vieler Themen mit einer so großen Anzahl von Konferenzteilnehmern konnte nur an seine Grenzen stoßen. Bleibt zu hoffen, dass die einzelnen Themen der Agenda auf internationalen Gipfelkonferenzen in Zukunft mehr Beschlüsse zur Umsetzung von Konzepten und damit auch eine stärkere Medienpräsenz mit sich bringen.

Zugriffsstatistik: Medien- Vergleich

1.Spiegel.de                                   2.Netzeitung.de
3.Focus.de
4.Bild.de

5.CNN.com

6.n-tv.de

7.Stern.de

8.worldsummit2002.de

9.Rp-online.de

10.Süddeutsche.de

11.vista-verde.de

746.031 Leser
573.916 Leser
555.449 Leser

519.803 Leser

489.488 Leser

374.868 Leser

342.962 Leser

286.957 Leser

281.722 Leser

267.160 Leser

120.000 Leser

Quelle: Nielsen Netratings, September 2001 und eigene Angaben (August/September 2002)
 
 
 
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 Zehn Jahre nach Rio war Johannesburg vom 26. August bis 4. September 2002 Gastgeber des Weltgipfels für Nachhaltige Entwicklung. Diese Seite informiert über Ziele, Erreichtes und Hintergründe und stellt die Aktivitäten der Stiftung und ihrer Partnerorganisationen vor. Weitere Infos bieten zudem unsere internationale Seite ww.worldsummit2002.org sowie www.boell.de.


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