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Klimawandel:

Erderwärmung lässt die Pole schmelzen

 


Foto: NASA

Unser Klima spielt verrückt. Die Flutkatastrophen der letzten Wochen haben gezeigt welche verheerenden
Folgen Klimaveränderungen für die Menschen haben können und wie machtlos der Mensch gegen die Natur ist. Doch leider sind die Ereignisse der jüngsten Zeit nicht der einzige Beweis für die dramatischen Veränderungen unseres Klimasystems. So berichtet jetzt die US-Raumfahrtbehörde NASA: „Die Eisdecken an den Erdpolen schmelzen in immer kürzeren Zeiträumen, das heißt in Jahrzehnten und nicht in Tausenden von Jahren. Die Folgen der extremen Erderwärmung sind schon sichtbar. 
 

Grönland verliert durch die Eisschmelze jährlich rund 50 Kubikkilometer an Masse, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 0,13 Millimeter pro Jahr führt.“ Schon in den Jahren 1993 bis 1996 nahmen Geophysiker an 67 Gletschern in Alaska und im angrenzenden Kanada Messungen vor. An 28 dieser Gletscher konnten sie die Vermessungen in der jüngsten Zeit wiederholen. Diese Daten verglichen sie mit bis zu 50 Jahre alten Untersuchungsprofilen und kamen zu einem erschreckenden Ergebnis: Bis Mitte der 90er-Jahre hätten die Geltscher rund 52 Zentimeter an Dicke verloren. Dies reiche für einen Anstieg des Meeresspiegels um 0,13 Millimeter jährlich aus. Für das letzte Jahrzehnt berechneten die Forscher sogar eine Dickenabnahme von 1,8 Metern.
Nach Meldungen vom Frühjahr diesen Jahres hat sich östlich der Antarktischen Halbinsel die seit dreißig Jahren größte Eisfläche mit 3250 Quadratkilometern gelöst. Die schwimmende Eisschicht drohe auszudünnen und bei steigenden Temperaturen sogar vollständig zu schmelzen, so die Geowissenschaftler. 

Es liegt auf der Hand, dass der Rückgang des Eises stark mit dem globalen Temperaturanstieg zusammenhängt. Laut Angaben der Forscher kann man bisher zwar nicht darauf schließen, dass die frühe Schneeschmelze mit den von Menschen produzierten Treibhausgasen zusammenhängt, aber es gibt durchaus andere Daten, die den Einfluss des Menschen auf das Klima bestätigen. Allein die schrumpfenden Gletscher Alaskas und Westkanadas seien für ein zehntel des Anstiegs des Meeresspiegels verantwortlich.


Foto: AWI Bremerhaven

Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung haben Vertreter aus mehr als 190 Ländern in den vergangenen zehn Tagen das 1997 in Kyoto abgeschlossene Abkommen des Klimaschutzprotokolls diskutiert. Schon im Vorfeld des Gipfels zeichnete sich die Problematik um die Ratifizierung des Protokolls ab. Das Abkommen konnte in Johannesburg nur in Kraft treten, wenn es von mindestens 55 Ländern angenommen worden wäre, die für 55 Prozent des Kohlendioxidausstoßes der Welt verantwortlich sind. Allein den USA sind etwa 36 Prozent des freigesetzten Kohlendioxids zuzurechnen, und diese lehnten den Schritt  nach wie vor ab. Das Ergebnis des Gipfels war also wie erwartet ernüchternd.

Staaten, die das Klimaschutz-Protokoll von Kyoto bereits ratifiziert hatten, appellierten nachdrücklich an die anderen Staaten, dies ebenfalls zu tun. Bislang haben sich neben den USA auch Australien, Kanada und Russland geweigert. Umweltschützer kritisierten die Erklärung als unzureichend und das nicht ohne Grund, wenn man auf die Ereignisse der letzten Wochen zurück blickt. Wie können weitere Klimakatastrophen verhindert werden, wenn sich nicht die ganze Welt dafür einsetzt?
Der größte Weltgipfel aller Zeiten, mit 60.000 Delegierten und Staatsmännern aus aller Welt,
wäre die Chance gewesen, ein Zeichen im Klimaschutz zu setzen.

Da stellt sich nun die Frage, warum Länder wie die USA und Kanada trotz Warnungen der Forscher einer Ratifizierung des Kyoto-Protokolls nicht zustimmen und die Verhandlungen im Klimaschutz weiterhin blockieren. Wie lange soll sich die Natur noch wehren bis der Mensch einlenkt? Bleibt nur zu hoffen, dass auch diese Länder möglichst bald zu einer Einsicht kommen werden, bevor sich die Situation an den Gletschern schneller als erwartet verändert, sich als Folge die Meere weiter ausdehnen, was zu weiteren Überschwemmungen führen könnte.  



Foto: Marion Book


Die Vertreter der das Klimaschutz-Protokoll boykotierenden Ländern hätten den Begriff der Nachhaltigkeit mit in ihre Überlegungen aufnehmen sollen, denn die Horrormeldung der NASA – zwar in weiter Zukunft, aber durchaus denkbar- ist erschreckend: Einige Komponenten des Klimasystems verändern sich sehr zügig und so könnte ein Schmelzen der Eisdecke von Grönland und Südpol den Meeresspiegel um 70 Meter ansteigen lassen.

 

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