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Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für das Ökosystem Erde. Bis zum Jahr 2100, so die Prognosen, werden die globalen Durchschnittstemperaturen um bis zu 5,8 Grad und der Meeresspiegel um bis zu 88 Zentimeter steigen. Die Folgen: Dürren, extreme Niederschläge und ein steigender Meeresspiegel, der ganze Küstenregionen und Inseln bedroht. Vor allem die ärmsten Länder sind betroffen, verantwortlich für die globale Erwärmung sind aber in erster Linie die Industrienationen.
Die Wissenschaft
1988 riefen die Vereinten Nationen den internationalen wissenschaftlichen Ausschuss IPPC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ins Leben. Ziel dieses Gremiums ist es, den Stand der Wissenschaft zur globalen Klimaveränderung zusammenzufassen und Empfehlungen für wirkungsvolle Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Im Frühjahr 2001 hat das IPCC seinen 3. Bericht vorgelegt. Er stellte fest, dass bedeutende technische Fortschritte bei den Möglichkeiten der Senkung der Treibhausgasemissionen seit dem letzten Sachstandsbericht des IPCC im Jahr 1995 erzielt wurden. "Jetzt ist noch klarer als zuvor, dass es mehr als genug Klimaschutztechniken und - Instrumente gibt, und dass jetzt nur noch der politische Wille fehlt, um wirkungsvollen Klimaschutz zu erreichen", erläutert Manfred Treber, Klimareferent der Nord-Süd Initiative GERMANWATCH und Reviewer des Berichts der Arbeitsgruppe III des IPCC.
Die Politik
Ein zentrales Ergebnis des Erdgipfels in Rio de Janeiro 1992 war die Unterzeichnung der Klimarahmenkonvention (Framework Convention on Climate Change, FCCC) durch über 150 Länder. Der Klimagipfel 1995 in Berlin, d.h. die erste Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP) der Klimarahmenkonvention, beschloss dann die Erarbeitung eines Zusatzprotokolls mit konkreten Verpflichtungen für Industrieländer. Dieses Protokoll wurde Ende 1997 in Kyoto (Japan) auf der COP 3 verabschiedet. Es sieht u.a. vor, den jährlichen Treibhausgas-Ausstoß der Industrieländer bis zum Zeitraum von 2008-2012 um durchschnittlich 5,2 % gegenüber 1990 zu reduzieren.
Auf dem Klimagipfel in Den Haag (COP 6, 13.-24. November 2000) hätte über zentrale Regelungen des Designs des internationalen Klimaschutzes in diesem Jahrhundert entschieden werden sollen. Doch dieser Gipfel scheiterte. Man konnte sich lediglich darauf einigen, einen zweiten Versuch zu wagen. Beim zweiten Anlauf (COP 6bis, Bonn, 16. - 27. Juli 2001) wurde mit den sogenannten "Bonn Agreements" - eine kompakte, zwölfseitige politische Vereinbarung - ein Durchbruch erzielt. 178 Länder sprachen sich für das Kyoto-Protokoll aus. Nur die USA - der Staat mit dem höchsten Treibhausgasausstoß - verweigerten die Zustimmung.
Die Aufgabe der COP7 in Marrakesch im Oktober 2001 bestand darin, die 12 Seiten der politischen Bonner Vereinbarung in - wie sich herausstellen sollte - 200 Seiten juristischen Text zu "übersetzen". Dies ist gelungen - wenn auch unter weiteren schmerzlichen Konzessionen für Russland, Kanada und Japan. In der damit eingeleiteten neuen Phase des internationalen Klimaschutzes geht es nun darum, einerseits die Ratifizierung und andererseits die Umsetzung voranzutreiben.
Quelle: Germanwatch